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Metallbelastung durch Coils? Studie weist giftige Schwermetalle nach

Eine neue Studie aus den USA warnt vor einer Schwermetallbelastung in Liquids. Oder auch nicht?

Wissenschaftler der John Hopkins Universität in Baltimore konnten das Vorkommen von Schermetallen im Liquid, dem Tank, sowie dem Dampf von E-Zigaretten nachweisen. Da die Belastung im Tank höher ist, als im Dampf und weitaus höher als im Liquid, geht man davon aus, dass der Verdampferkopf das Liquid konterminiert. Zudem weist man darauf hin, dass neue Verdampferköpfe weitaus mehr Metalle absondern, als bereits in Nutzung befundene. Die Messergebnisse wiesen eine breite Streuung auf; Das Alter des Coils könnte also eine Rolle spielen. 1

Die Menge macht das Gift

Schwermetalle finden sich überall. In unserer Luft, die wir atmen, in unserer Nahrung und auch im Wasser. Ob nun eine Belastung vorliegt ist abhängig von der Menge an Schadstoffen. Die Behörden haben hier Grenzwerte gesteckt, an denen sich auch die Studie ausrichtet. Sie vergleicht die Konzentration einzelner Schwermetalle im Dampf mit den Grenzwerten der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für die Atemluft. In den Berechnungen der Wissenschaftler kommt es in manchen Fällen zu Überschreitungen der Richtwerte der FDA. Im Vergleich zu Zigaretten seien die Werte in einigen Fällen gleichwertig.
Eine Einschätzung, welchen Einfluss die gefundene Konzentration an Schwermetallen auf den Menschen haben könnte, bleiben uns die Wissenschaftler jedoch schuldig. Autorin Ana Maria Rule, PhD zieht Resümee:

"Wir konnten in der Studie nachweisen, dass Nutzer von E-Zigaretten diesen Metallen ausgesetzt sind. Das ist der erste Schritt. Wir müssen ebenfalls die tatsächlichen Effekte auf die Gesundheit bestimmen." 2

Zweifel kommen auf

Diverse Stimmen lassen nun verlauten, dass die Studie irreführend sei und keinerlei Indiz liefere, dass der Dampf einer E-Zigarette in Hinsicht auf Schwermetalle bedrohlich für die Gesundheit ist. Das Hauptargument geht zurück auf Dr. Konstaninos Farsalinos, der auf Facebook schreibt:

Die "signifikante Menge" an Metallen, die von den Autoren gefunden worden sein will, wurde in ug/kg gemessen. Faktisch sind sie so niedrig, dass in manchem Beispiel (Chrom und Blei) eine Menge von mehr als 100ml nötig wäre, um die Grenzwerte der FDA für Inhalationsmedikamente zu überschreiten. Die Autoren irren sich und alle anderen, indem sie Grenzwerte, welche sich auf die Umwelt beziehen, mit dem Dampfen in Relation setzen. Ein Mensch atmet täglich rund 17.000 mal ein, aber zieht weniger als 500 mal an einer E-Zigarette. 3

Kein Ende in Sicht

Nahezu monatlich werden wir (glücklicherweise) mit neuen Studien zum Thema E-Zigaretten bereichert. An jeder Studie misst sich neu, ob E-Zigaretten nun bedenklos einsetzbar sind, oder in welchem Grad sie gesundheitliche Einschränkungen zur Folge haben können. Letztlich scheint es so, als sei das bestehende Urteil der relativen Harmlosigkeit im Gegensatz zur herkömmlichen Zigarette bestimmend. Selbstredend ist Abstinenz frei von Zweifeln, aber gerade ehemalige Raucher finden in der E-Zigarette einen sicheren Hafen und wollen ihren positiven Eindruck mit Daten belegt wissen. Es ist abzuwarten, ob weitere Forschungen auf Basis der hier veröffentlichten Resultate Klarheit bringen.

Referenzen


  1. Studie findet Metallkonzentrationen in E-Zigaretten Liquid und Aerosol Samples: https://ehp.niehs.nih.gov/ehp2175/ 

  2. Artikel über die Publikation auf Eurekalert.org: https://www.eurekalert.org/pub_releases/2018-02/jhub-sla022118.php 

  3. Facebook Post von Dr. Konstaninos Farsalinos: https://www.facebook.com/konstantinos.farsalinos/posts/946656432152775 

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