1. Eziga
  2. Magazin
  3. Deutschland macht sich schuldig

Deutschland macht sich schuldig

"Ich sehe, dass du eine E-Zigarette benutzt. Schämst du dich nicht?", könnte ein Satz lauten, der hierzulande entgegen aller Erfahrung und Studienlage ausgesprochen wird. Dampfer weisen die Anklagen zurück und erfahren keine Gerechtigkeit. Deutschland macht sich schuldig.

Jährlich sterben noch immer 120.000 Menschen an den Folgen vom Tabakkonsum und knapp ein Drittel der bis 18-40 Jährigen greifen zur Zigarette. 1 Es wäre ein leichtes, die öffentliche Darstellung der E-Zigarette als förderlich für die Gesellschaft klarzustellen. Zahlreiche Studien belegen, dass die Gefahren, die von der E-Zigarette ausgehen, im Vergleich zur Tabakzigarette, fast schon nichtig sind. Ebenso ist die Rauchentwöhnung mit Hilfe der E-Zigarette mit hohen Erfolgsaussichten verbunden.
Andere Länder sprachen der E-Zigarette großes Potential zu. Selbst die öffentliche Förderung steht im Raum. Das National Health Service Bundesamt aus England fordert die Regierung auf, E-Zigaretten auf Kosten des Staates zu verschreiben. 2 Die Nebenwirkungen seien vernachlässigbar und gerade im Vergleich zum Rauchen von Tabak ein Segen für die Gesellschaft. Die Position wird vom britischen Ärzteverband ebenfalls bezogen. 3

Öffentliches Stillschweigen seitens der deutschen Ministerien

Deutschland weigert sich weiterhin ein realistisches Bild der E-Zigarette zu zeichnen, trotz eindeutiger Hinweise; selbst aus den eigenen Reihen.
Die Publikationen des Bundesministeriums für Gesundheit mahnen in jeder Überschrift zur Obacht. Dabei finden sich in den Randnotizen gegenteilige Aussagen. Laut einer Umfrage, die bereits im Jahr 2015 startete und 4000 Personen umfasste, berichten Dampfer nahezu einstimmig von den positiven Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden. 4 Der Mehrwert eines dampfenden, gegenüber eines rauchenden Teils der Bevölkerung, ist gerade in Hinsicht auf die Gesundheit des Einzelnen eine zu bestärkende Idee. Die Sprache ist doch so oft von den Kosten, die für das Gesundheitswesen und somit für die Wirtschaft als Folge des Tabakkonsums anfallen. 5 Wo also bleibt das erhellende Wort zum Aufbruch in eine bessere Zukunft?
Tatsächlich hört man seit über einem Jahr gar nichts mehr über die E-Zigarette. Das letzte Mal sprach Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Jahr 2016 davon, den "erfreulichen Rückgang der Raucherquote bei Jugendlichen nicht durch neue Produkte (E-Zigaretten) zu gefährden" 6. Eine Position, die definitiv auch von der Dampferszene bezogen werden kann. Doch wo sind diejenigen, die sich für die rauchende Bevölkerung zu Wort melden? Keine öffentliche Stelle bestärkt das Image der E-Zigarette in der öffentlichen Wahrnehmung. Als vertretene Haltung Deutschlands müssen wir heute eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung aus dem Jahr 2015 sehen, die das Dampfen von E-Zigaretten als risikoreich erkennen will.7

Eine Herde schwarzer Schaafe

Es ist ein unsenkbares Beiboot zum aufgefassten Bild einer Sache, dass diejenigen, die sich auf der falschen Seite befinden, mit Schuld belastet werden. Die Wahrnehmung eines ehemaligen Rauchers, der sich im Selbstversuch zu Gunsten der E-Zigarette vom Tabak befreit hat, sieht sich in Frage gestellt. Im Jahr 2015 war die Bündnisbildung der Dampfer ein notwendiger Schritt, um der Gewalt an Fehlinformationen, welche zu Diskreditierung eines jeden Nutzers einer E-Zigarette führten, entgegenzuwirken. Die eigens gewonnene positive Erfahrung, einhergehend mit dem Lebenswandel und dem neuen Lebensmut stand und steht noch heute ein Stopschild entgegen. Man ist gezwungen mit Trotz zu reagieren und den Missstand zu ertragen. Es ist allerhöchste Zeit, dass die öffentliche Meinung zum Dampfen (neu) gebildet wird.
Glaubt man aktuellen Umfragen, sehen der Großteil der Bevölkerung die Gefahren des Dampfens zum Rauchen als gleichwertig an 8. Je länger sich Deutschland weigert die Sachlage zu verdeutlichen und klarzustellen welche Möglichkeit hier geboten ist, schadet man nicht nur den bereits Umgestiegenen, sondern verwehrt Rauchern die Möglichkeit zu neuen Einsichten. Regierung und Medien müssen folgerichtig der E-Zigarette gesichtsgebend zur Seite stehen.

Fußnoten

4 Kommentare

Mehr Zeigen

Meinung sagen